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THEMA: Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 25 Mär 2019 10:59 #175823

Nachdem ich in den letzten drei Jahren insgesamt fünf Mal in Vegas war, habe ich mir vorgenommen dieses Jahr eine Pause einzulegen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil mein guter Kumpel Roman (war auch schon mit mir drüben) diesen Sommer heiratet und mir die Ehre zuteil wurde, ihn als Trauzeuge auf diesem Weg zu begleiten. Meine wichtigste Aufgabe besteht natürlich darin, einen ordentlichen Junggesellenabschied auf die Beine zu stellen. Und da wir Jungs gerne bei allem was wir tun über die Stränge schlagen, geht es zu acht, auf ausdrücklichen Wunsch des Bräutigams, nach Thailand. B)

Ich muss wohl nicht speziell erwähnen, dass dieser kleine Ausflug wohl kein gutes Ende nehmen wird, aber da müssen wir jetzt einfach durch. Los geht’s am 18. Mai. Mal schauen wer eine Woche später alles noch an Board ist, oder ob wir wie, frei nach Hangover 2, beim einen anderen konstatieren müssen: „Bangkok hat ihn jetzt“. :laugh:

Wie dem auch sei, während den Festtagen stand mein Entschluss eigentlich fest, dieses Jahr Vegas aussen vor zu lassen. Ein Zeit lang konnte ich mich daran halten, doch kaum hatte das neue Jahr begonnen, verdichteten sich die Anzeichen, dass ich wohl doch in meine Lieblingsstadt zurückkehren werde. Ein erstes Mal wankelmütig wurde ich als der Turnierplan der diesjährigen WSOP veröffentlicht wurde. Da es sich bereits um die 50. Ausgabe handelt, gibt es einige spezielle Turniere, welche zumindest auf dem Papier sehr attraktiv klingen. Zudem läuft mein Diamond Status bei Caesars Rewards (bis vor kurzem Total Rewards) noch bis Ende Januar 2020. Und als ob dies nicht genug wäre, habe ich beim Durchstöbern meiner Reiseunterlagen noch fast 1‘000$ in Bar gefunden, welche von meiner letzten Vegas-Reise im September übrig geblieben sind und von denen ich gar nicht gewusst habe, dass es sie noch gibt. Unter dem Strich muss man festhalten, ich hatte gar keine Chance. Hier sind höhere Mächte am Werk, welche mich und meine bescheidene Brieftasche zurück in die Glitzerwelt locken möchten. Nun denn, dagegen kommt man einfach nicht an. :blink:

Also setzten Luigi und ich uns vor ein paar Wochen zusammen und schmiedeten entsprechende Pläne. Im Fokus stand natürlich die WSOP und so richteten wir unsere Planung nach dem Turnierkalender im Rio aus. Innerhalb von knapp zwei Stunden war alles erledigt und folgendes kam dabei raus:

Am Samstag, 25.05. werde ich (hoffentlich) gesund und munter aus Bangkok zurückkehren. Glücklicherweise haben sowohl der Bräutigam, ein weitere Kumpel und ich den Rückflug dank Miles&More auf Business upgraden können, so dass die Chance besteht auf dem 12-stündigen Flug ein paar Stunden Schlaf zu finden. Anschliessend habe ich einen Tag Zeit, um mich etwas zu erholen, bevor es dann für zwei Tage zurück zur Arbeit geht. Am Mittwoch 29.05. schnappe ich mir dann meinen frischgepackten Koffer und mache mich erneut auf den Weg zum Flughafen.

Gebucht haben wir auch dieses Mal wieder die Direktverbindung ZRH-LAS mit Edelweiss. Während ich am Samstag, 08.06. zurückfliegen werde, wird Luigi noch ein paar Tage dranhängen. Dank CR Diamond konnten wir 10 Nächte im Flamingo für total knapp 400$ ergattern, wir bezahlen also keine 200$ pro Person für die Unterkunft. Sechs Nächte konnten komplett gecompt werden und die Resort Fee fällt mit Diamond sowieso für den ganzen Aufenthalt weg.

Am ersten Wochenende werden wir dann das sogenannte Big50 im Rahmen der WSOP spielen. Dieses Turnier, welches speziell zum 50-jährigen Jubiläum ins Leben gerufen wurde, lockt mit einem niedrigen Buy-In von 500$ und einem garantieren Preispool von 5 Millionen Dollar. Für alle Pokerfreaks unter euch lohnt sich ein Blick auf die Homepage: www.wsop.com/2019/the-big-50/ .

Auch sonst dürfte während dieser 10 Tage Pokern eine hohe Priorität geniessen. Nebst dem Big50 werden wir auch einige 250$ Daily Tournaments im Rio spielen und auch dem Venetian werden wir für die Deep Stack Extravanaza Series den einen oder anderen Besuch abstatten. Abgesehen davon und dem obligaten exzessiven Wodka-Ginger Konsum ist noch nichts grosses geplant. :)

Die anfängliche Skepsis, wenn sie überhaupt jemals da war ist natürlich längstens der Vorfreude gewichen. In genau 65 Tagen geht es los und ich kann es einmal mehr kaum erwarten. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch entschuldigen, dass ich es nicht geschafft habe, von unserer zweiten Reise im letzten Jahr einen ordentlichen Bericht zu verfassen. Als wir im September nach Hause kamen, war ich anfangs so beschäftigt, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin. Und als ich dann etwas Zeit gehabt hätte, waren die Erinnerungen bereits so verwässert, dass ich kaum mehr etwas zu Papier gebracht hätte. :unsure:

Ich kann aber sagen, dass ihr nicht viel verpasst habt. Beim Pokern lief es im Gegensatz zum Sommer überhaupt nicht und zudem lag ich die letzten drei Tage mit Fieber im Bett, was insbesondere den Rückflug zu einem zweifelhaften Vergnügen werden liess. Aber für dieses Mal gelobe ich Besserung und werde das Erlebte wieder wie gewohnt in aller Ausführlichkeit niederschreiben. B)

More to come...
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Letzte Änderung: von Bender84.

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 25 Mär 2019 16:11 #175825

Nach dem Lesen deiner Reiseberichte wollte ich Bender immer schon mal "live in action" in Vegas erleben und nun ist so weit! :laugh:
Vielleicht geht sich ja ne Runde Poker oder auch Bonus Poker, 3 Card o.ä. aus, denn Spielauswahl und Getränkekonsum decken sich mit 1:1 mit meinen Vorlieben.
Beim Rückflug sitzen wir dann zusammen im Flieger.
So und nun genug der Lobhudelei....freut mich für dich, dass du dich doch noch "durchringen" konntest einen weiteren Trip zu buchen.
Inzwischen sind das schon recht viele aus dem Forum, die in der 1. Juniwoche in Vegas sind.

Und nein - ich bin kein Stalker :blink: :cheer:
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11/2011 Mirage/US Airways
06/13 MGM/Condor
09/14 Wynn,Aria,MGM,MC/Edelweiss
04/15 MGM/Aria/Edelweiss
05/16 Aria,MGM/Edelweiss
11/16 Mirage,PH/BA
06/19 Aria/Edelweiss

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 25 Mär 2019 20:27 #175828

Woohoo... ich freu mich... für euch und natürlich auf den Bericht :)
Vielleicht gibt's ja ein großes Forentreffen :))

LG Romy
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Mär 2019 06:22 #175830

oweia da hast Du einen abgefahren Trip, erst Thailand, dann mehr oder weniger ohne große Pause - nein sogar noch mit Arbeit dazwischen - weiter nach Vegas, das nenne ich mal volles Programm :-)

Freue mich aber auf Deinen Reisebericht, wünsche Dir / Euch viel Spaß und vor allem gute Karten beim Poker :-)
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Mär 2019 07:12 #175831

Hallo ihr Lieben...

Das schreit ja förmlich nach einem Forums-Treffen... ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen mal ein paar andere Vegas-Nerds kennenzulernen :)

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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Mär 2019 07:44 #175833

Ja, da wäre ich wohl auch mit von der Partie. Bin bis und mit 09.06. in Vegas. Am 05.06. wird meine bessere Hälfte nach Hause fliegen, damit ich mich 4 Tage voll aufs Pokern konzentrieren kann.

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2008 Orleans, Excalibur
2011 Aria, Mirage
2013 MGM, Elara, Treasure Island
2015 Westgate, Cosmopolitan
2016 Aria, Ballys
2017 MGM, Westin, Venetian, Mirage
2018 Park MGM
2019 Luxor, Mandalay Bay, Aria

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Mär 2019 08:11 #175834

Da wir ja auch ab 30.05. in Vegas und scheinbar ech viele die Brückentage
nutzen ;) , ist ein Forumstreffen vor Ort ja quasi schon Pflicht :woohoo:
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12 2007&2008 DE/MGM&Palazzo
10 2009&2010 LH/Delano/Venetian/Aria
05/09 2014 KLM/Aria/MB/Cosmo
05 2015 KLM/MB/Aria
05&09 2016 AF/MB/Aria/Cosmo
09 2017 KLM/MB/Aria/Cosmo
Letzte Änderung: von redangel.

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Mär 2019 11:27 #175855

Da würde ich mich echt gerne anschließen, das verspricht eine Menge Action ;)

Bender, ich wünsche viel Spaß....und pack die richtige Badehose ein :-D
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Mai 2019 08:31 #176302

Entgegen aller Wahrscheinlichkeit und Wettquoten haben wir es tatsächlich alle acht mehr oder weniger gesund und in einem Stück wieder aus Bangkok zurück in die Schweiz geschafft :laugh:

Auch wenn Las Vegas nach wie vor meine absolute Lieblingsstadt und meine einzige wahre Liebe ist, muss ich schon sagen, was in Thailands Hauptstadt abgeht, dass lässt sich kaum in Worte fassen. Ich habe immer gedacht, dass man die Alkohol-Kadenz, welche die Jungs und ich aus Vegas kennen, nicht mehr zu toppen ist, aber da lag ich falsch. Was wir in den letzten sieben Tagen veranstaltet haben, war eine Abfolge einer Schweinerei nach der anderen... Wir mussten einfach aufpassen nicht zwischendurch nüchtern zu werden, dies wäre sonst mit grossen Schmerzen verbunden gewesen ;)

Nun denn, jetzt sitze ich noch für zwei Tage in meinem Büro und am Mittwoch geht es dann auch schon wieder los...
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Letzte Änderung: von Bender84.

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Jun 2019 08:13 #176457

Tag 1 – Mittwoch, 29.05.2019

Nach dem intensiven, einwöchigen Junggesellenabschied in Thailand gönnte ich mir zuerst einmal zwei erholsame Tage im Büro. Die Zeit reichte gerade so aus, um alle Mails zu beantworten, oder zumindest zu löschen und in meinem Team kurz nach dem Rechten zu schauen. Und dann waren die beiden Tage auch schon wieder rum und ich armer Tor musste mich damit abfinden, schon wieder verreisen zu müssen. B)

Gut ausgeschlafen nehme ich den Tag der Abreise in Angriff. Zuerst bringe ich meine Bude noch etwas auf Vordermann, um pünktlich zu Mittag bei meinen Eltern aufzukreuzen. Eine schmackhafte Gratis-Mahlzeit aus Muttis Küche lasse ich mir schliesslich nur ungern entgehen. Anschliessend geht es die paar Meter zu Fuss wieder zurück in meine Wohnung um meine letzten Utensilien zu packen. Nach einem finalen Kontrollgang durch meine vier Wände kann es dann auch losgehen.

Im Bus zum örtlichen Bahnhof treffe ich erneut auf meine Mutter, die in der Stadt noch Besorgungen zu machen hat. Kurze Zeit später sitze ich bereits am Bahnsteig und warte auf meinen Kumpel Luigi, der wenig später auch schon einmarschiert. Zusammen nehmen wir die knapp einstündige Zugfahrt in Angriff. Am Flughafen in Zürich ist der Aufmarsch an Reisenden noch überschaubar. Es ist ein gewöhnlicher Wochentag und die Sommerferien lassen noch ein paar Wochen auf sich warten. Nichtsdestotrotz müssen wir beim Check-In an diesen, ach so beliebten, Self-Service-Schalter feststellen, dass unsere Buchung mal wieder nicht korrekt abgerufen und als uns dann eine freundliche Mitarbeiterin zu Hilfe kommt, dass der Flug überbucht ist und Luigi vorderhand keine Sitzplatznummer zugewiesen werden kann. :dry:

Bei der Gepäckabgabe werden wir dann diesbezüglich noch gerügt, dass wir, um unsere Plätze auch auf sicher zu haben, doch in Zukunft ab 24 Stunden vor Abflug das Web-Check-In nutzen sollen. Mit einer leichten Unsicherheit in der hinteren Magengegend geht’s zum üblichen Programm mit Sicherheitskontrolle, Duty-Free-Einkäufen und der kurzen Fahrt mit dem Sky Train zu den E-Gates.

Dort angekommen möchte sich Luigi am Gate über seine Situation informieren, doch haben die Mitarbeiter gerade keine Zeit oder Musse für ihn. Nun denn, gönnen wir uns noch ein paar Kippen und schauen später nochmals zum Rechten. Während wir warten entdeckt Luigi einen Bekannten aus Pokerkreisen, der nicht nur im selben Flieger sitzt, sondern ebenfalls im Flamingo residieren wird. Mir kommt sein Gesicht zwar ebenfalls bekannt vor, doch sagt mir der Name (denn ich in der Zwischenzeit bereits wieder vergessen habe) gar nichts. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich auch schon beim einen oder anderen Turnier mit ihm am Tisch gesessen bin. :laugh:

Nach etwas Smalltalk um die Zeit zu überbrücken nimmt sich dann doch noch eine Mitarbeiterin von Edelweiss meinem Kumpel an und versichert ihm, dass er sich über seine Beförderung über den Atlantik keine Sorgen zu machen brauche. Also wir dann fürs Boarding an der Reihe sind, stellt sich heraus, dass wir sogar zwei Sitze (Fenster/Gang) nebeneinander bekommen haben, also mal wieder die ganze Aufregung umsonst. ;)

Der Flug selbst verläuft ziemlich ruhig und unspektakulär. Ich schaue mir zwei Filme an, erfreue mich an der Bratwurst mit Rösti und schaffe es sogar ein, zwei Stündchen vor mich hinzudösen. 20 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit setzt die Maschine auch schon am McCarran auf und wir können es nun kaum mehr erwarten, und ins Bunte Treiben zu stürzen.

Allerdings erfordert dies noch ein wenig Geduld. Obwohl unsere Maschine offensichtlich gerade die einzige ist, die am internationalen Terminal gelandet ist, dauert die Immigration doch eine ganze Weile. Kein Wunder, wenn für ausländische Reisende lediglich drei Schalter geöffnet sind. Dies tut der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch. Ein paar Zeigerumdrehungen später ist alles erledigt und wir stehen draussen mit einer Kippe und dem Gefühl nach Hause gekommen zu sein. :woohoo:

Während wir noch unseren Nikotinhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen, kommt auch der andere Zocker durch die Glastür. Aus praktischen Gründen entscheiden wir uns gleich zu Dritt ein Taxi ins Flamingo zu teilen. Dort angekommen trennen sich unsere Wege für den Moment, da ich erstens eine neue Diamond Karte holen muss und zweitens mit dieser in der Priority Lane anstehen kann. Zu dieser späteren Stunde ist der separate VIP-Check-In bereits geschlossen, trotzdem müssen wir natürlich nicht lange warten. Auffallend ist aber, dass der allgemeine Andrang selbst um diese Zeit noch sehr umfangreich ist.

Nach kurzer Rücksprache entscheiden sich Luigi und ich für ein Raucherzimmer. Letztlich werden im 26. Stock des Spa-Towers untergebracht. Das Zimmer befindet sich nur 5 Meter von den Fahrstühlen entfernt, womit uns in den nächsten Tagen lange Wege durch die Gänge erspart bleiben. Ansonsten ist die Unterkunft zweckmässig und unspektakulär. Man muss sich einfach bewusst sein, dass man im Flamingo nicht den gleichen Luxus wie im Caesars bekommt. Nichtsdestotrotz passt es für mich. Die Aussicht über die schöne Poolanlage rüber zum Ballys und Paris ist ganz nett, dass Zimmer hat eine ausreichende Grösse und auch ein kleiner (leerer) Kühlschrank ist vorhanden. Leider überkommt mich ein kleines Deja-Vu vom letzten Jahr, da wiederum der Safe geschlossen ist und die Reinigungskräfte dem Badezimmer nur bedingte Aufmerksamkeit geschenkt haben. Aber darum können wir uns auch morgen noch kümmern. Um eine erfrischende Dusche zu nehmen, reicht der Hygienestandard gerade noch aus und dann wird es auch höchste Zeit etwas für das leibliche Wohl zu tun.

Es hat sich bei uns beiden zu einer kleinen Tradition entwickelt, dass der erst kulinarische Ausflug zum In’n’Out an der Linq Promenade geht. Dieser Ablauf wird auch heute eingehalten und so sitzen wir kurze Zeit später vor zwei leckeren Burger.

In den letzten Wochen war in diversen Poker-Foren zu lesen, dass die Organisatoren der WSOP für das diesjährige Jubiläumsturnier (Big50) einen enormen Andrang an Spielern und dementsprechenden mit langen Warteschlangen bei der Registrierung rechnen. Daher beschliessen wir spontan uns heute noch ins Rio aufzumachen um uns unsere Tickets für den zweiten Starttag am Freitag zu sichern. Luigi informiert noch unseren «Mitreisenden» und so Ubern wir zu dritt ins Pokermekka.

Obwohl es mittlerweile bereits deutlich nach Mitternacht ist, sind die Warteschlangen vor den Registrierungskassen immer noch sehr imposant. Egoistisch wie ich bin, verabschiede ich mich von den beiden anderen und mache mich auf zu den Diamond / SevenStars Countern. Hier beträgt die Wartezeit lediglich eine halbe Stunde. Als ich mein Ticket für Freitag in der Hand halte und wieder auf Luigi und seinen Bekannten treffen, bin ich umso erstaunter, dass auch sie beide bereits ihr Turnierticket haben. Während sie sich in die Line für das Fussvolk stellen wollten, kam ein Casino Mitarbeiter vorbei und informierte sie, dass im Pavillion Room soeben weitere Schalter geöffnet werden. Somit waren sie letztlich in weniger als 10 Minuten abgefertigt. Gar kein Schlechter Auftakt in die WSOP. B)

Dies hatte zudem den positiven Nebeneffekt, dass nun mehr Zeit blieb um noch die ersten paar Scheine in den Automaten zu versenken. Also kurzerhand den Weg vom Convention Center ins Rio Casino genommen und nach ein paar attraktiven Video-Poker-Automaten Ausschau gehalten. Leider hat sich seit meinem letzten Besuch der Cocktail-Nachschub hier nicht wirklich verbessert. Mein erster Huni ist bereits zur Gänze weg, bevor ich überhaupt die Chance erhalten habe, etwas gegen meinen trockenen Mund zu tun. Obwohl es auch anschliessend mit den Getränken nicht besser wird, kann ich immerhin mit dem zweiten Huni meinen Verlust wieder ausgleichen und lasse mir schlussendlich einen Voucher im Wert von 200.25$ drucken.

Damit sollte es für den Anreisetag auch mal reichen. Wir teilen uns zu dritt ein Uber zurück ins Flamingo und um drei Uhr in der Früh falle ich müde aber glücklich ins Bett.

Tagesbilanz:
- Video Poker +0.25$

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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Jun 2019 09:22 #176458

Ich war gerade in Atlantic City, wohnte im Harrah´s. Dort und im Caesar´s Hotel wurde der Cocktail-Service mittlerweile umgestellt. Du kannst direkt am Automaten bestellen (Getränkeauswahl vorhanden) und siehst immer wie weit gerade deine Bestellung ist. Das Liefern dauerte aber auch etwas, so dass ich auch teilweise warten musste bis ich Automat wechseln konnte. Trotzdem war diese Art zu bestellen eigentlich positiv.
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 26 Jun 2019 12:01 #176459

Tag 2 – Donnerstag, 30.05.2019

Unglaublich aber wahr, ich habe tatsächlich bis 8 Uhr morgens durchgeschlafen. Ich kann es kaum fassen, liegt dieser Wert doch zwei bis drei Stunden über dem üblichen Durchschnitt. Aber ich nehme es natürlich gerne. Selbstredend sind im Bett nebenan noch keine grossen Lebenszeichen zu vernehmen. Also mache ich, was ich in dieser Situation immer mache, ich hüpfe unter die Dusche und mache mich auf zu einem Spaziergang am Strip.

Allerdings bin ich heute ziemlich faul unterwegs. Ich schaffe es gerade einmal bis zum Planet Hollywood und lasse mich dann vom Ultimate-X-Spin-Poker in den Bann ziehen. Seit letztem Jahr fühle ich mich diesem Gerät doch ziemlich verbunden, war es schliesslich eines der wenigen, dass mich regelmässig mit einer positiven Bilanz entliess. Doch unsere erste diesjährige Begegnung fällt leider etwas weniger freundlich aus, muss ich doch 100$ zurücklassen. Immerhin werde ich dahingehend über diesen Verlust hinweggetröstet, dass ich aus der Heimat erfahre, dass unser lokaler Fussball-Verein in der Relegation zur ersten Liga (sie haben Platz zwei in der 2. Liga erreicht) auswärts beim 1.Liga-Vertreter mit 0-2 in Führung liegt. :)

Mit diesen positiven Nachrichten gestärkt geht es ein paar Meter weiter zum Frühstück mit Blick auf den morgendlichen Strip. Ich gönne mir leckere Pancakes, dazu eine Bahama-Mama und die freudige Kunde, dass unsere Jungs auf 0-3 erhöht haben. Wer hätte das gedacht?

Nun ist es aber an der Zeit um ins Zimmer zurück zu kehren und Luigi aus den Federn zu holen. Schliesslich haben wir heute noch einiges vor. Tatsächlich braucht es nicht viel um ihn wach zu kriegen. Während er sich im Badezimmer frisch macht, verfolge ich gebannt im Live-Ticker die letzten Minuten des Relegations-Spieles und kann es kaum fassen, als es zum Schluss 0-4 für unsere Jungs steht. Damit können wir vor dem Rückspiel nach vierjähriger Abstinenz wieder mit der höchsten Schweizer Liga planen. Nur schade, dass ich die Aufstiegsfeier in unserer schmucken Altstadt verpassen werde. :blink:

Luigi ist nun auch soweit auf dem Damm, dass wir unseren ersten fixen Programmpunkt für heute in Angriff nehmen können. Wir beide wollen uns im Spa des Flamingos etwas verwöhnen lassen. Während mein Kumpel seinem Rücken etwas Gutes tun will, brauche ich dringend eine Gesichtsbehandlung. Ich muss endlich Bangkok aus meinem Gesicht kriegen. Man sieht mir die ausgiebige Sauferei und die Reiserei welche mich in den letzten 5 Tage über 14 Zeitzonen führte, doch erschreckend gut an. :S

Wir bekommen unsere Termine gleich nacheinander kurz nach dem Mittag. So bleibt für Luigi noch genügend Zeit für ein kleines Frühstück, einen Kaffee und die eine oder andere Kippe. Als ich dann an der Reihe bin, werden mir während dieser 50-minütigen Zeremonie unzählige Cremes, Salben und sonstige Tinkturen auf meinem Gesicht verteilt. Abgesehen davon, dass es sich ziemlich gut und erfrischend anfüllt, bleibt auch der Effekt nicht aus. Als ich mich im Zimmer im Spiegel betrachte, erkenne ich darin schon fast wieder einen Angehörigen der menschlichen Spezies. Unter dem Strich, ein voller Erfolg.

Aber zu einer vollständigen Schönheitskur gehören natürlich auch neue Klamotten. Daher schnell einen Uber bestellt und ab ins Outlet North. Wir schlendern gut drei Stunden zwischen den einzelnen Läden hin- und her. Letztlich enthält meine Ausbeute Hosen, Polo-Hemden, T-Shirts und eine Lederjacke für meinen Vater. Ein Auftrag den ich explizit von ihm bekommen habe, als ich zuletzt mit einer solchen im Gepäck aus Las Vegas zurückgekehrt bin. Bei den Schuhen bin ich dieses Mal leider nicht fündig geworden, da ich aber zu Hause noch das eine oder andere Paar habe, welches ich hier gekauft, aber noch so gut wie nie getragen habe, ist das auch nicht weiter tragisch.

Da Shoppen bekanntlich hungrig macht, kommt uns die Cheescake Factory gerade recht. Ich verleibe mir einen grossen, saftigen Burger mit Sweet Potato Fries ein, während sich Luigi über einen riesigen Salat-Teller hermacht. Aus weiser Voraussicht lasse ich absichtlich etwas vom Essen auf dem Teller zurück, damit noch genügend Platz für einen Cheesecake ist. Leider schaffe dann auch diesen nur noch zur Hälfe. Was ist bloss aus meinem ehemals fast unzerstörbaren Magen geworden? :dry:

Mittels Uber geht es dann zurück ins Hotel, in welchem wir gegen sechs Uhr ankommen und zuerst einmal unsere Einkäufe deponieren und etwas ausruhen möchten. Doch leider werde schon wieder von den Anstrengungen der letzten Tage eingeholt und döse zwei Stünden friedlich vor mich hin. Um acht Uhr lässt mich Luigi wissen, dass es für ihn an der Zeit für eine Session Cash-Game ist. Ich für meinen Teil bleibe noch ein bisschen liegen und plane dann später nachzukommen.

Aus diesem besagten Bisschen werden dann nochmals volle drei Stunden. Um kurz nach Elf schaffe ich es dann endlich mich aus dem Bett zu raffen und unter die Dusche zu hieven. Eine halbe Stunde später suche ich den Pokerraum des Flamingos vergebens nach Luigi ab. Also muss er wohl im Caesars am Zocken sein. Und tatsächlich werde ich dort auch fündig. Allerdings steht mir der Sinn momentan nicht nach Cash-Game. Aber zum Glück beherbergt mein Lieblingscasino auch ein paar meiner liebsten Video-Poker-Automaten. Und so dauert es nicht lange bis ich mich gut gelaunt hinsetze, die Noten zücke und von den Cocktail-Damen auch mit reichlich Aufmerksamkeit beschenkt werde. B)

Als ich um ca. 2.30am aufstehe bin ich 50$ an Cash ärmer, dafür um etliche Wodka-Ginger in meinem Blutkreislauf reicher. Eine halbe Stunde später mache ich die Klappe dann endgültig zu. Luigi ist noch nicht zurück, hoffentlich ein Zeichen einer erfolgreichen ersten Session.

Tagesbilanz:
- Video Poker -150$
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Jun 2019 11:11 #176464

Tag 3 – Freitag, 31.05.2019

Durch mein spätes und ausgedehntes Nachmittagsschläfchen vom Vortag bin ich nach ein paar wenigen Stunden Schlaf wieder hellwach. Ich liege aber noch etwas tatenlos im Bett herum, bevor ich um 8.30am aufstehe. Nach der obligaten Morgendusche geht es erste einmal runter ins Casino. Da heute das Big50 auf dem Programm steht, komme ich vielleicht (oder soll ich sagen hoffentlich) länger nicht mehr dazu mich an den Automaten zu vergnügen.

Los geht es mit einem Huni beim Big5, denn wir jeweils nur liebevoll «den Zoo» nennen. Leider ist der Kollege mit den Freispielen sehr geizig und auch sonst sehe ich die Löwen viel zu selten, so dass die ersten 100$ in Windeseile verputzt sind. Nun denn, nochmals 100$ nachgeladen immerhin 50 vom Verlust wieder reingeholt. Nun könnte ich natürlich den Voucher über 150$ einfach wieder zu Bares machen und mich über die Schadensbegrenzung freuen. Doch steht unweit vom Zoo noch ein Ultimate X Automat, der mich im Geiste zu sich ruft. Also Voucher rein und kräftig gedrückt. :laugh:

Eine halbe Stunde später ist dieser Zauber aber auch schon wieder vorbei und ausser ein letzter Schluck Wodka-Ginger bleibt mir nichts mehr. Egal, es wird sowieso Zeit, dass wir uns langsam an die finale Vorbereitung zu unserem grossen Pokerturnier machen. Ich hole beim Coffee-Shop noch Heissgetränke und Müesli für Luigi und mich und kehre zurück ins Zimmer.

Der Kollege ist mittlerweile auch bereits wach und so geniessen wir zusammen unser kleines Frühstück und besprechen noch das eine oder andere Szenario für die nächsten Stunden. Anschliessend verabreden wir uns mit dem anderen Typen beim Uber Pick-Up. Zuvor muss Luigi aber noch eine Besorgung machen. Er geht zum Souvenir-Shop im Flamingo und kauft sich tatsächlich einen riesigen pinken Hut in der Form eines… na klar… Flamingos. Es sieht einfach urkomisch aus und ich bin mir sicher, dass er damit den einen oder anderen Kontrahenten am Tisch gehörig aus der Fassung bringen wird. Danach geht’s raus zu Uber und um 10.30 fahren wir ab in Richtung Rio. B)

Dort angekommen werden wir vom Andrang der Leute fast erschlagen. Ich bin ja nicht zum ersten Mal an der WSOP aber einen solchen Menschenauflauf habe ich wahrlich noch nie erlebt. Aber eigentlich ist es ja auch kein Wunder, denn nie zuvor in der Geschichte der World Series gab es für so kleines Geld ein Turnier mit einer solch grandiosen Struktur. Für ein Buy-In von 500$ bekommt man einen Stack von 50'000 Chips (erster Blind-Level 100/200) und durchgehend 50 Minuten Levels. Das zieht die Massen an wie ein Kackhaufen die Fliegen. :S

Nach einer letzten Kippe verabschieden wir uns vom dritten Typen. Er spielt im Pavillion Room während Luigi und ich uns im Miranda einquartieren. In diesem Raum habe ich bisher noch nie gespielt, aber ich bin von der Atmosphäre positiv überrascht. Zwar ist er mit Abstand der kleinste der vier Pokerräume, doch im Gegensatz zu den anderen (insbesondere Pavillion) ist es hier deutlich weniger kalt. Ich kann den Hoodie vorderhand problemlos im Rucksack lassen. Allerdings dauert es nicht lange und die ersten Amis beginnen sich über die angeblich unerträgliche Hitze zu beklagen. Schon immer wieder spannend wie unterschiedlich wir Europäer die Temperaturen im Vergleich zu den Einheimischen wahrnehmen. :laugh:

Nun aber zum Spiel: Ich erwische einen sehr angenehmen Tisch mit offenen Leuten, mit denen man sich auch ein wenig unterhalten kann. Zu Anfang passiert nichts Weltbewegendes. Ich verliere mal ein paar kleiner Potts, gewinne aber auch den einen oder anderen und pendle mich nach 2 Levels bei ca. 60'000 ein. Alles in allem ein sehr ansprechender Start.

Ganz anders verläuft der Auftakt für unseren dritten Mann. Sein Turnier beginnt mit einem Paukenschlag. In der dritten Hand des Tages bekommt er die Asse, läuft gegen Könige, bringt auf dem Turn alles rein und was kommt auf dem River: Ein König. Somit dauert für ihn der Spass gerade mal knappe 10 Minuten. Poker kann zwischendurch richtig grausam sein.

Nach der ersten Pause (jeweils nach 2 gespielten Levels gibt es 20min Pause) kommt dann bereits die erste Schlüsselhand für mich. Ich eröffne einen Pott im Cut-Off mit A9off und werde lediglich vom Spieler im Big Blind gecalled. Bevor der Flop gelegt wird, checked dieser seine Hand in the Dark. Es kommen 7-8-9. Ich habe also Toppair mit Topkicker auf einem sehr Draw-lastigen Board. Selbstredend spiele ich in Position an und mein Gegner raised mich. Nun ja, im BB und durch seinen CitD ist seine Range in dieser Hand unglaublich gross. Verschiedene Two-Pair-Kombination sind möglich, ein Treffer verbunden mit einem Straight-Draw (z.B. 10-8, 7-6, usw.). Die beste Entscheidung wäre hier wohl ein Fold gewesen, da der Pott noch nicht allzu gross ist und es wie gesagt sehr schwierig war meinen Gegner konkret auf eine Hand zu setzten. Ich entscheide mich aber für einen Call und auf dem Turn kommt ein Ass. Nun schlage ich auf jeden Fall alle möglichen Two-Pair-Combos die er haben könnte. Dieses Mal spielt er von vorne an und ich calle. Auf dem River kommt eine unbedeutende Karte und er spielt nochmals relativ gross an (ca. 10K). Ich überlege kurz, bezahle und er zeigt mir 10-6. Er hat die Strasse gefloppt.

Einerseits ziemlich unglücklich gelaufen, dass er mit dem BB-Defend und seinem Check in The Dark gleich die Strasse floppt. Andererseits habe ich diese Hand auch nicht wirklich gut gespielt und muss mich daher selber an der Nase nehmen, dass mein Stack jetzt unter 35K geschrumpft ist. Aber bei dieser Struktur ist dies noch überhaupt kein Grund zur Sorge. Also Mund abwischen und die nächsten Hände besser spielen. ;)

In der Folge passiert nicht wirklich viel. Das Spiel plätschert für mich so dahin, bis Anfang vom vierten Level unser Tisch aufgelöst wird und wir aufgefordert werden einem der Floor-Men zu folgen. Wie eine Gruppe Lemminge laufen nun Spieler von etwa fünf Tischen vom Miranda rüber in den deutlich grösseren (und kälteren) Amazon Room. Ich für meinen Teil nehme mit knapp 30K Platz.

Leider läuft es auch am neuen Tisch eher durchwachsen. Ich verliere weitere Chips und fühle mich auch allgemein nicht sehr wohl. Ich merke einfach, dass ich auch nach fast vier Levels irgendwie noch nicht richtig zu meinem Spiel gefunden habe. Und ich kann es vorwegnehmen, ich wurde an diesem Tag auch nicht mehr fündig. Kurze Zeit später geht auf ein 9-Hoch-Board alles rein. Ich habe 1010 und mein Gegner der noch kurz überlegt, zeigt JJ. Somit endet kurz vor der zweiten Pause mein Turnier auch schon wieder. Das habe ich mir definitiv anders vorgestellt. :S

Nun gut, ändern lässt sich das nicht mehr. Es gilt nach vorne zu schauen. Luigi hat mittlerweile den Miranda Room ebenfalls verlassen und spielt nun im Pavillion. Ich lasse ihn wissen, dass ich draussen auf ihn warte. Zehn Minuten später haben die Spieler ihre zweite Pause und ich kann Luigi kurz auf den neusten Stand bringen. Bei ihm läuft es bisher soso-lala… immerhin wird er dank seinem auffälligen Hut immer wieder für Fotos angesprochen. Sogar im einten oder anderen Pokerblog war er am nächsten Tag zu sehen. :laugh:

Während Luigi sich zurück zu den Tischen begibt, muss ich mir überlegen, wie es nun für mich weitergehen soll. Ich schaue nochmals auf die letzten knapp vier Stunden zurück und komme zum Schluss, dass dies ja wirklich ein super Turnier ist, ich halt einfach besser spielen muss. Und da ich weiss, dass ich viel besser und konzentrierter spielen kann, entscheide ich mich dafür, dass ich es am Sonntag beim Tag 1D nochmals versuchen werde. Ich nutze gleich die Gunst der Stunde und hole mir mein Ticket für den übernächsten Tag. Wiederum muss ich da. 30min anstehen, während die Schlange bei den «regulären» Registrierkassen bereits mehrere Stunden lang ist.

Da ich für heute mit dem Rio abgeschlossen habe und mir gerade nichts Besseres einfällt, lasse ich mich von einem Taxi zum Caesars fahren. Dort angekommen schlendere ich wie in Trance zum Pokerroom und schaue mir mal das heutige Angebot an. Die Cash-Game-Tische sind zwar alle gut besetzt und die Warteliste ist schon ordentlich lang, aber dank meiner Diamond-Karte bekomme ich innerhalb von wenigen Minuten einen Platz an einem 1-2-Tisch.

Hier läuft es zunächst ähnlich wie zu Beginn des Big50. Mal ein paar Chips up, mal ein paar Chips down, aber im Grossen und Ganzen bewege ich mich immer um die 200$, mit denen ich mich eingekauft habe. Leider muss ich während dieser Session erfahren, dass auch für die Luigi das Turnier ein jähes Ende genommen hat. Wir haben also alle auf ganzer Linie versagt. :pinch:

Kurze Zeit später kommt ein Spot, den ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Ein Spieler zu meiner Rechten eröffnet auf ca. 10$. Ich habe AQ in Diamonds und erhöhe auf 33$. Der Spieler gleich nach mir called und auch der ursprüngliche Raiser geht mit. Der Flop kommt mit J-10-3 und zwei Diamonds sehr interessant für mich. Ich habe den Nut-Flush-Draw und der König würde mir die Strasse machen. Ich spiele an, der Spieler nach mir geht mit ca. 80$ all-in, der andere bezahlt sofort und auch ich lasse mich selbstredend nicht aus dem Pott drängen. Natürlich weiss ich, dass ich auf Turn oder River noch Hilfe benötige um diesen schönen Pott von ca. 330$ zu gewinnen. Die Turn-Karte bringt gar nichts ein, aber eine Chance bleibt ja noch…

Und siehe da, der Dealer legt die 3 in Diamond auf den Tisch. Nuts und alles meins, meins, meins… Oder etwa doch nicht? Der Dealer schaut die Karten etwas ungläubig an ruft dann nach dem Floor-Man. Was ist passiert? In dem Moment als der Dealer die Burn-Karte vor dem River vom Stapel nimmt und ablegt, fällt ihm die nächste Karte (3 Diamond) runter. Sie dreht sich in der Luft und kommt dann Face-Up zum Liegen. Nun weiss er nicht genau was das Reglement besagt. Der hinzugeeilte Floor-Man erklärt ihm dann, dass diese Karte als ungültig betrachtet werden muss und er einen neuen River zu legen hat. Dieser ist dann leider eine schwarze Acht und die 330$ welche ich schon in meiner Hosentasche gesehen habe, gehen mir doch noch durch die Lappen. Der Spieler zu meiner Linken zeigt JJ, er hat also ein Set gfloppt. Der dritte Spieler der noch in der Hand war hatte Q9, also einen Open-Ended-Straight-Draw, dachte er zumindest. Er würde zwar mit dem König eine Strasse machen, dann hätte ich aber die höhere Strasse gemacht. Um gegen uns beide zu gewinnen war also die Acht die einzige Karte die ihm helfen würde und genau diese kam im zweiten Anlauf. Tja, mal wieder ein Paradebeispiel wie nahe Glück und Pech beieinander liegen können. :huh:

Nach dieser Hand hatte ich zwar noch knapp 100$ an Chips, aber ich war so sauer über den Verlauf dieses Spots und der Tatsache, dass mich ein Dealer-Fehler 330$ gekostet hat, dass es mit meinem Spiel aus war. Kurze Zeit später hatte ich auch noch den Rest meiner Chips verloren und war nun vollends bedient. Bevor ich noch auf dumme Ideen komme und in meinem Frust weiteres Geld verliere, schnell zurück auf mein Zimmer und erst mal etwas sammeln.

Dort angekommen geht’s zuerst einmal ab unter die Dusche… ich versuche das schlechte Karma wortwörtlich abzuwaschen. Luigi hat inzwischen angekündigt, dass er und sein temporärer Begleiter auch bald im Flamingo eintreffen werden. So warte ich noch ein wenig, damit wir dann zu dritt das weitere Vorgehen des Abends besprechen können.

Da wir alle seit längerem nichts mehr zwischen die Zähne gekriegt haben, ist Nahrungsaufnahme die erste Priorität. Ich schlage Gordon Ramsay Burger vor und mein Vorschlag wird so gleich angekommen. Also rüber ins PH. Wie immer in den Abendstunden und speziell am Wochenende hat sich vor der Burger-Bude bereits eine ordentliche Schlange gebildet. Und selbst als Diamond Member müssen wir 40min warten. Nun gut, dann gibt es halt noch ein paar Kippen und die eine oder andere Bad-Beat-Story.

Vielleicht liegt es an meiner schlechten Laune, aber irgendwie schmeckt mir der Burger dieses Mal nicht mehr ganz so gut wie au schon. Die anderen beiden scheinen mit ihrem Mahl aber völlig zufrieden zu sein, also darf man den Besuch trotzdem als Erfolg verbuchen. Insbesondere auch dank der Tatsache, dass Luigi uns grosszügiger Weise einlädt. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle. :)

Nach dem Essen trennen sich unsere Wege wieder. Während die beiden Jungs auch noch ein wenig Cash-Game spielen wollen, bleibe ich gleich im PH und statte meinem guten Freund Ultimate-X-Spin-Poker einen Besuch ab. Leider ist dieser Tag wirklich nicht mehr zu retten und ich verliere weitere 200$. Wenigstens bekomme ich dafür ordentlich viel Spielzeit und speditiven Wodka-Ginger Nachschub. Unter dem Strich also gar nicht so schlecht.

Auf dem Nachhauseweg schaue ich noch kurz beim Cash-Game im Flamingo vorbei wo die beiden immer noch spielen. Noch kurz zusammen eine geraucht und dann geht’s für mich ab ins Bett (1.30am).

Tagesbilanz:
- Video Poker -350$
- Zoo -50$
- Poker Turnier -500$
- Cash Game -200$
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Jun 2019 13:34 #176466

Tag 4 – Samstag, 01.06.2019

Kurz nach Sechs wache ich auf und entscheide mich um halb Sieben es mit dem neuen Tag aufzunehmen. Viel schlechter als gestern kann es ja wohl nicht mehr laufen. Daher raus aus den Federn, ab unter die Dusche und raus auf den Strip.

Mit etwas Musik in den Ohren mache ich mich vorderhand noch ziellos in südlicher Richtung auf. Ich möchte einfach mal schauen wie weit meine Beine mich an diesen angenehmen Morgen tragen. Da wir bereits wieder Wochenenden haben, sieht man abgesehen von den Sportskanonen auch die eine oder andere Schnapsleiche und natürlich den Klassiker: Ladies in kurzen Kleidchen mit den Hacken in den Händen auf ihrem Walk of Shame… immer wieder ein Bild für die Götter. :laugh:

So laufe ich immer weiter bis ich schliesslich bereits am MGM vorbei bin. Da fällt mir ein, dass ich, sofern ich mich richtig entsinne, in all den Jahren noch nie im Tropicana war. Ist doch auch schön mal wieder etwas «Neues» zu entdecken. Als ich allerdings das Casino betrete, muss ich nach 5 Minuten feststellen, dass ich in der Vergangenheit definitiv nichts verpasst habe. Es macht mich nicht mal an hier ein paar Scheine zu verballern und das will schon was heissen. :blink:

Ich verlasse das Casino so schnell wieder wie ich es betreten habe und wechsle dann die Strassenseite. Warum nicht mal wieder einen Blick ins gute alte Excalibur werfen. Hier gefällt es mir schon deutlich besser und ich bin jetzt endgültig gewillt ein wenig zu zocken. Da ich nur selten soweit südlich an den Strip komme, sind mir die Automaten und deren Position gänzlich unbekannt. Also schaue ich mich einfach ein wenig um und lasse mich überraschen was es schönes zu bespassen gibt.

Und tatsächlich dauert es nicht lange und ich werde fündig. Plötzlich stehe ich vor einem Automaten den ich schon aus Baden (CH) und Bregenz (AT) kenne. Leider macht mir auch hier mein schlechtes Namengedächtnis zu schaffen. Auf jeden Fall hat es eine Lady gewandelt in Purple, die an Kleopatra erinnert, Katzenmenschen und Pyramiden als Wild-Symbole. Nun denn, egal wie der Kasten heisst, dieser soll jetzt bespielt werden. Zwar gibt es für meinen Huni doch etwas Spielspass und die Wilds fallen auch regelmässig in den Bildschirm rein, aber leider selten am richtigen Ort. So schwindet mein Guthaben stetig und als ich ganz unten angekommen bin, hat sich noch nicht einmal eine Cocktail-Dame meiner angenommen. Also ausser Spesen also wirklich nichts gewesen. :S

Ich schlendere noch ein paar Minuten durchs Casino bevor es dann wieder raus an die Sonne geht. Mittlerweile hat die Hitze bereits ordentlich zugelegt und da es auf der anderen Seite noch deutlich mehr Schatten hat, entschliesse ich mich den Strip erneut zu überqueren. Mein Rückweg führt mich dann ohne Umwege zum PH. Es ist an der Zeit, dass der Ulitmate-X-Spin-Poker seine Magie entfaltet. Nur leider habe ich nur wenig Bargeld eingesteckt und so sind es gerade noch 25$ welche ich dem Guten einverleiben kann.

Diese sind dann auch ziemlich schnell weg und in mir entbrandet der altbekannte Kampf zwischen Vernunft und Risiko bzw. Wahnsinn. Soll ich jetzt wirklich noch eine Runde am ATM spielen oder mich nicht doch zurück aufs Zimmer begeben, wo wieder frisches Bargeld für spätere Aufgaben auf mich wartet?

Letztlich hat sich dann doch die Vernunft durchgesetzt und ich beziehe am ATP 400$. Es wäre ja auch unvernünftig jetzt nicht noch etwas zu spielen, wenn ich schon mal hier bin. Eine gute Stunde und drei meiner Lieblingsgetränke später sind aus 100$ stattliche 325$ geworden. Mein Freund hat also seine Zauberkraft wiederentdeckt. Gut gelaunt ob meiner weisen Entscheidung verlasse ich das PH wenig später mit netto +200$. B)

Um kurz vor zehn treffe ich wieder im Zimmer ein und finde Luigi immer noch schlafend vor. Ich gönne ihm noch eine weitere halbe Stunde im Land der Träume bevor ich mich eigenmächtig zum Weckkommando ernenne und per Knopfdruck alle Vorhänge öffne. Das öffnet dann auch meinem Kumpel die verschlafenen Augen und er macht sich daran sich für den Tag zu rüsten.

Nachdem Luigi seinen obligaten Kaffee bekommen hat, haben wir beide schon einen leichten Hunger. Also machen wir uns umgehend auf den Weg zu unserem Lieblings-Fastfood-Chinesen. Der mit dem grossen schwarz-weissen Tier im Logo. Nach einem leckeren Bejing Beef und Honey Walnut Shrips trennen sich unsere Wege auch schon wieder. Während sich mein Kumpel in nördlicher Richtung davonmacht, steure ich das Caesars Palace an, um mich bei einer weiteren Cash-Game Session zu versuchen.

Beim Pokerraum angekommen muss ich feststellen, dass die Warteliste noch länger ist als am Vortag. All die Spieler welche nicht zuletzt wegen der WSOP in der Stadt sind, nehmen auch gleich alle anderen Tische ausserhalb des Rios in Beschlag. Als ich den Floorman wegen einem open Seat beim 1-2-CG frage, lacht mich der Kerl doch tatsächlich aus und verweist mit seinem Zeigefinger auf die lange Warteliste auf dem Screen hinter mir. Als ich ihm dann meine Diamond-Karte zeige und die gleiche Frage nochmals stelle, hat er plötzlich ausgelacht, entschuldigt sich in aller Form und versichert mir, der nächste freie Platz sei der meine. Es ist ja schon sehr vorteilhaft mit entsprechendem Status überall die Lines skippen zu können, andererseits gibt einem diese krasse Ausprägung einer Zweiklassen- oder Zweikundengsellschaft schon etwas zu denken.

Ein paar wenige Minuten später wird mein Name aufgerufen und ich setze mich 200$ an den Tisch. Nach ziemlich genau 3 Minuten oder einer gespielten Hand stehen bereits 450$ vor mir. Ich beteilige mich mit Q10 in Herz an einem Multiway-Pott. Auf dem Flop treffe ich die Zehn in Kombination mit einem Flush-Draw. Zwei Spieler mit jeweils knapp 100$ gehen All-in, ich bin auch dabei, treffe auf den Turn mein Herz und gewinne alles. Das nenne ich mal einen Auftakt in eine CG-Session. ;)

In den folgenden Stunden kann ich meinen Stack auf zeitweise 650$ ausbauen. Ich habe schöne Hände, treffe ganz ordentlich und der Tisch lässt sich wirklich sehr gut spielen. Aber am meisten Spass machen mir die Leute. Insbesondere mit einem sportbegeisterten Kanadier zu meiner Rechten sowie einem älteren Herrn aus dem Grossraum New York gleich einen Platz weiter unterhalte ich mich sehr angeregt. Sie werde ich vom Kanadier unter anderem gefragt, ob ich als Schweizer Roger Federer Fan sei und ob ich ihn für den grössten Athleten aller Zeiten halte…

Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich an einem Cash-Game zuletzt so viel Spass hatte. Klar, der ordentliche Chip-Stapel vor mir trägt sein Übriges dazu bei. Leider befolge ich mal wieder eine grundlegende Lebensweisheit nicht: «Man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist». Zuerst verlassen nach einander die beiden sympathischen Zeitgenossen meinen Tisch und kurze Zeit später tun es meine Chips ihnen gleich.

Zuerst verliere ich 250$ mit AA vs. QQ. Ich eröffne pre-flop auf 10$, bekomme eine 3-Bet auf 35$ und 4-bette anschliessend auf knapp über 70$. Der Flop kommt ziemlich trocken und ich spiele 100$ an. Mein Kontrahent geht mit wenig mehr all-in, ich calle und wir sehen uns zusammen die letzten beiden Karten an. Auf dem Turn kommt eine Dame, während der River unbedeutend bleibt. Somit gewinnt mein Gegner mit Drilling Queens.

Nur ein paar Hände später bekomme ich vom Dealer die Damen ausgeteilt. Auf eine frühe Eröffnung auf wiederum ca. 10$ reagiere ich mit einer 3-bet auf 33$ Mein Gegner bezahlt out of Position und wir schauen zusammen den Flop bestehend aus A-x-x an. Der Spieler neben mir checked, ich spiele 60$ an, er called… auf dem Turn (unwichtige Karte) checken wir beide. Auf dem River kommt ein König und mein Gegner geht sofort von vorne all-in. Tja, da sitze ich nun mit QQ und zwei Overcards auf dem Board. Ich folde und verliere weitere 100$. Somit bin ich jetzt quasi wieder auf den ursprünglichen 200$ mit denen ich vor Stunden an den Tisch gekommen bin.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Nachdem ich noch hie und da ein paar Chips verloren habe, gehen meine restlichen 150$ mit 1010 rein. Wir haben eine Heads-up Situation mit einem 9-hoch Board und zwei Diamonds. Auf dem Turn kommt die 10 in Diamonds, welche meinem Kontrahenten, der AKdd hält, den Nutflush macht. Auf dem River keine Hilfe durch ein Pair the Board und somit ist mein einst so stolzer Haufen bis auf den letzten Cent in die Runde verteilt worden.

Aber nichts destotrotz war es eine wirklich tolle Session, die mir trotz den Verlusten gegen Ende viel Spass gemacht hat. Wenn ich das nächste Mal noch den richtigen Zeitpunkt für den Absprung finde, wäre alles perfekt. Mittlerweile ist es 8pm und ich entschliesse mich für einen Boxenstopp im Zimmer.

Dort angekommen nehme ich eine Dusche, lege mich hin und schlafe noch vor 9pm ein. Ich erwache zwar kurz vor Mitternacht nochmals, entscheide mich aber, es für heute gut sein zu lassen. Zwar widerspricht es grundsätzlich allem woran ich glaube, in Vegas um 9 Uhr schlafen zu gehen, aber...

Tagesbilanz:
- Slots -100$
- Video Poker +200$
- Cash Game -200$
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Jun 2019 17:26 #176468

Wow.. du legst ja hier ein Tempo vor...du wirst eindeutig eher vom Forumstreffen berichten, als ich :laugh: :laugh:

LG romy
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 27 Jun 2019 18:07 #176470

Gopfedeckel, jetze kann i wieder nümme erwarte, bis i wieder in vegas si ka. Mensch Bender, do bisch du mit dinene Berichte immer schuld dra.
PS . De FCA schaffts offesichtlich au ohni de Hitzfeld Otti.
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Letzte Änderung: von Jackpotter.

Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 28 Jun 2019 11:39 #176478

Tag 5 – Sonntag, 02.06.2019

Wenig erstaunlich, dass ich schon wieder in aller Herrgottsfrüh wach bin, nachdem mir gestern auf halbem Weg die Energie ausgegangen ist. Aber erstens mag ich es ja in Vegas früh aufzustehen und zweitens fühle mich herrlich erholt und freue mich jetzt richtig darauf, es heute nochmals mit dem Big50 aufzunehmen. B)

Nachdem ich im Bett noch ein wenig die Decke angestarrt habe, stehe ich um halb Sieben auf und durchlaufe mein übliches Morgenritual. Draussen auf dem Strip marschiere ich wie selbstverständlich gen Süden. Erstes Ziel ist Frühstück. Vorbei am Paris und PH mache mich auf den Weg zum McDonalds. Es hat sich in den vergangenen Jahren bei mir so eingebürgert, dass ich einmal pro Vegas-Urlaub ein MC-Breakfast zu mir nehmen muss. Schmeckt seit Jahren gleich und ist eine solide Grundlage für die ersten Stunden des Tages. Leider haben sie aus unerklärlichen Gründen keinen Milk-Shake und da ich überhaupt keinen Kaffee trinke, weiche ich halt auf eine heisse Schoggi aus.

Während ich im fast leeren Fast-Food-Tempel mein Frühstück verspeise beginnt gut 9'242.85 km (gemäss Google Maps) das Relegations-Rückspiel meiner Mannschaft. Nach dem 0-4 Auswärtssieg vom Donnerstag bin ich ziemlich entspannt. Ich lasse mir von den daheimgebliebenen und jetzt im Stadion mitfieberten Jungs ein paar Fotos schicken. Kann es wirklich sein, dass ich jetzt gerade lieber an einem anderen Ort als in Las Vegas wäre? :dry:

Nach Beendigung meiner Mahlzeit mache ich mich auf ins PH. Schliesslich hat mein Lieblingsautomat gestern die Kurve wiedergekriegt und ich möchte schauen, ob sich da auch heute etwas rausholen lässt. Kaum setze ich mich hin und schiebe den ersten Huni rein, geraten unsere Jungs zu Hause auch schon 0-1 in Rückstand. Nicht optimal, aber noch alles im grünen Bereich. Erst recht als kurze Zeit später auch schon der erste Wodka-Ginger serviert wird. Während ich so vor mich hin spiele fällt zu Hause das nächste Tor und zwar wiederum für die Gastmannschaft. Sollte es am Ende doch noch unnötig spannend werden? :ohmy:

Je länger je weniger kann ich mich auf mein Video-Poker Spiel konzentrieren. Die Kadenz beim Wodka wird immer intensiver und meine Blicke verharren jetzt immer öfter auf dem Smart-Phone Display. Als dann kurz vor der Pause das 0-3 fällt, ist es um meine Nerven endgültig geschehen. :S

Währen der Halbzeit kann ich mich wieder etwas dem Automaten widmen und stelle fest, dass es hier gar nicht so schlecht läuft. Dank dem speditiven Wodka Nachschub und der Tatsache, dass sich der Live-Ticker schon länger nicht mehr gemeldet hat, werde ich wieder etwas ruhiger. Doch dann plötzlich passiert es, die Gäste machen die vierte Bude und haben eine Viertelstunde vor Schluss doch tatsächlich die gesamte Hinspiel-Hypothek wettgemacht. Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Ich bin mit den Nerven langsam völlig um Ende und da der Automat ein Plus von 50$ anzeigt, beschliesse ich ins Flamingo zurück zu kehren. Kaum dort angekommen, erhalte ich die Nachricht, dass die 90 Minuten durch sind und es beim Stand von 0-4 in die Verlängerung geht.

Als ich zurück im Zimmer bin schläft Luigi noch immer den Schlaf der Gerechten. Es war wohl gestern wieder eine ausgiebige Cash-Game-Session, welche nun ihren Tribut fordert. Ich packe so leise wie mögliche meine sieben Sachen für das Pokerturnier zusammen und schnappe mir dann ein Taxi zum Rio.

Auch heute ist der Andrang wieder enorm. Der Rückstau der Taxis, Ubers und Konsorten Richtung Rio Convention Center beginnt schon kurz nach Verlassen der Flamingo Road. Gut, dass ich mehr als genügend Zeit eingeplant habe. Daher mache ich mich nochmals auf ins Casino, setze mich ohne zu spielen an einen Video-Roulette-Automaten und hole wieder mein Smartphone hervor. Die Verlängerung hat auf beiden Seiten nichts eingebracht und so muss das Elfmeterschiessen über die Klassenzugehörigkeit in der nächsten Saison entscheiden.

Als erster Schütze tritt unser erfahrender Kapitän an und… verschiesst… da anschliessend auf beiden Seiten alle Spieler ihre Elfer verwandeln ist es nun Tatsache. Diese Volldeppen haben es tatsächlich geschafft, sich den sicher geglaubten Aufstieg noch nehmen zu lassen. Nach der ersten grossen Konsternation macht sich aber auch Realismus breit. Erstens hat man die Promotion nicht verdient, wenn man nicht in der Lage ist, eine solche Ausgangslage zu nutzen und zweitens war es trotz alledem eine geile Spielzeit. Nach sechs Spielen lag unsere Mannschaft mit NULL Punkten am Tabellenende und nach 12 Spieltagen hatten sie auch erst vier Zähler auf dem Konto. In den nächsten 24 Liga-Partien gab es noch genau eine einzige Niederlage und den Vorstoss auf den 2. Tabellenplatz. Ende gut, fast alles gut. ;)

Nun aber weg von der Fussballberichterstattung (sorry für die Ausschweifungen, aber ich musste versuchen meine in diesen Stunden durchlebten Emotionen wiederzugeben) und rein ins Pokervergnügen. B)

Bevor es endgültig losgehen kann ist noch ein kurzer Boxenstopp auf der Toilette angesagt. Dabei komme ich an ein paar dieser wohlbekannten Büffel-Automaten vorbei und scheine meinen Augen nicht trauen zu können. Da stehen doch drei Jungs aus meinem Nachbardorf. Nicht gerade enge Freunde, aber zwei von ihnen waren schon bei mir zu Hause zum Pokern. Schon witzig wie klein die (Poker)-Welt ist.

Leider kommen wir nicht darum herum das Scheitern unserer Fussballer auch noch kurz zu thematisieren. Aber anschliessend richten wir den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben. Für die Jungs ist es der erste Event an der diesjährigen WSOP. Da sie vor allem wegen der Series hier sind, haben sie ihre Zelte auch gleich hier im Rio aufgeschlagen. Wir wünschen uns gegenseitig noch viel Glück und vielleicht sieht man sich ja später nochmals.

Praktischerweise kann ich mir den relativ langen Weg zurück zum Convention Center sparen. Dieses Jubiläumsturnier hat solche Ausmasse angenommen, dass nicht nur während aller vier Starttagen die Daily Tournaments komplett gestrichen wurden, sondern dass nebst den vier Pokerräum auch noch im Casino gespielt wurde. Die Organisatoren der WSOP haben überall wo es möglich war noch ein paar Pokertische untergebracht. Ich für meinen Teil spiele im Gang zwischen Casino und CC, direkt vor dem Restaurant El Burro.

Zu Anfang bin ich etwas skeptisch, da man hier nicht gerade die richtige WSOP-Atmosphäre aufsaugen kann. Allerdings erweist sich meine Tischauslosung als wahrer Glücksfall. Erstens braucht man nur ein paar Meter ins Casino, falls einem die Nikotin-Sucht packt. Zweitens haben unsere paar Tische so zusagen ihre persönliche Toilette, welche gleich nebenan ist (die Schlangen vor den stillen Örtchen sind währen den Pausen im CC enorm) und drittens habe ich wirklich einen super Tisch erwischt. :)

Die Stimmung ist total locker, wir haben tolle, unterhaltsame Leute und es wird richtig geiles Poker gespielt. Schon nach wenigen Händen merke ich, dass ich heute ganz anders zu Werke gehe als noch am Freitag. Stunde für Stunde kann ich meinen Stack kontinuierlich ausbauen. Ich treffe viele richtige Entscheidungen, habe die nötige Portion Kartenglück wenn ich es brauche und kann vor allem mit gut platzieren Value-Bets immer wieder zusätzliche Chips generieren.

Ich wünschte fast, dieses Spiel hier beim Esel würde nie enden. Aber wie man ja weiss, hat alles Gute auch mal ein Ende. Gegen Sechs Uhr abends werden alle Tische in diesem Bereich aufgelöst und die verbleibenden Spieler gebeten, ihre Chips in Zip-Bags zu verstauen und dem Floorman zu folgen. Ich komme mir fast ein wenig wie in einer Asiatischen Reisegruppe in der Schweiz vor, welche ihrem Guide durch das ganze Gewühl von Menschen folgt. :whistle:

Im Convention Center angekommen, werden wir in den Brasilia Room geführt wo jeder von uns seine neue Platzkarte erhält. Ich nehme mit ca. 100'000 Chips am neuen Tisch Platz und bin gespannt wie es hier weitergeht.

Zu Anfang passiert relativ wenig. Ich nehme mir die Zeit das Spiel meiner Gegner etwas zu beobachten um einigermassen einschätzten zu können, womit ich es hier zu tun habe. Dementsprechend ist mein Spiel zu diesem Zeitpunkt eher passiv und mein Chipstack bewegt sich nicht gross. So geht es einige Zeit weiter bis dann die Glocke zur Dinner-Break ruft. Nun steht eine 75-minütige Pause an, in welcher man sich verpflegen und neu sammeln kann.

Da ich während dem ganzen Tag immer wieder etwas Kleines zu mir genommen habe (Energieriegel, Banane) bin ich auch jetzt nicht sehr hungrig. Trotzdem hole mich mir im Pavillion Room einen Hotdog und eine Pepsi, kann ja nichts schaden. Der Rest der Pause verbringe draussen, wo mittlerweile bereits die Dunkelheit heraufzieht. Ich sitze auf einer Treppe, höre etwas Musik und geniesse den Anblick auf den hellerleuchteten Strip. :)

So, nun geht’s aber ans Eingemachte. Ursprünglich waren für die vier Starttage 12 Levels à 50 Minuten veranschlagt. Aber auf Grund der immensen Teilnehmerzahl wurde beschlossen, alle Flights um eine weiteres Level zu verlängern.

Nach der Pause läuft es bei mir leider nicht mehr ganz so gut. Ich verliere den einen andere Pott etwas unglücklich und muss zuschauen, wie mein einst so stolzes Türmchen immer mehr in sich zusammenfällt. Es ist nun mal so, dass die Blindlevels mittlerweile eine respektable Höhe erreicht haben und dementsprechend auch immer grössere Potts gespielt werden. Leider eher zu meinen Ungunsten. Letztlich läuft es wie so oft bei solch grossen Turnieren. Plötzlich sieht man sich in einer Coin-Flip-Situation um sein Turnierleben bangen. In meinem Fall gehen ca. 13BBs mi AQ off rein, ich werde von einem grossen Stack mit 88 bezahlt und bekomme keine Hilfe auf dem Board.

So endet mein Turnier nach ziemlich genau 12 Stunden im zweitletzten Level des Tages. Natürlich schade, aber alles in allem kann ich trotzdem mit einem positiven Gefühl das Rio verlassen. Heute hat es wirklich extrem viel Spass gemacht und mein Spiel war um Welten besser als noch am Freitag. ;)

Somit mache ich mich kurz vor 11pm mit dem Taxi zurück ins Flamingo. Wie nicht anders zu erwarten war, treffe ich Luigi und den anderen an den Cash-Game Tischen. Wir tauschen uns etwas über das Geschehen des Tages aus bevor es dann Zeit wird noch etwas an die Automaten abzugeben.

Zielstrebig machen wir uns auf zum Zoo. Abgesehen davon, dass ich hier 300$ in den Sand setzte, nerve ich mich vor allem ab der Tatsache, dass ich in der dieser ganzen Zeit genau einen Wodka-Ginger bekomme. Obwohl wir die Cocktail-Dame immer wieder vorbeihuschen sehen und wir uns lautstark bemerkbar machen, werden wir gekonnt ignoriert. Als sie dann endlich ein Einsehen mit uns hat, schisst sie den Vogel damit ab, dass sie mir zuerst nicht mal ein Getränk bringen will, da ich just in dem Moment meinen zweiten Huni durchgespielt habe. Es war definitiv auch schon einfacher den Pegel aufrecht zu erhalten. :angry:

Somit endet ein intensiver, spannender und teilweise (negativ) überraschender Tag um halb Zwei.

Tagesbilanz:
- Video Poker +50$
- Poker Turnier -500$
- Zoo -300$
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 10 Jul 2019 07:24 #176554

Wann geht's den weiter?
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 22 Jul 2019 08:36 #176593

las vegas schrieb: Wann geht's den weiter?


Sorry Leute, ich war in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt... ich versuche mich aber diese Woche ranzuhalten ;)
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Ich brauch mal ne Pause… ach was… Vollgas – Vegas v12 23 Jul 2019 13:11 #176599

Tag 6 – Montag, 03.06.2019

Dieser Tag beginnt für mich um halb acht. Wie immer schläft mein Gefährte um diese Zeit noch tief und fest und ich habe keine Ambitionen daran etwas zu ändern. Für heute habe ich mir vorgenommen, es nochmals bei einem Turnier der WSOP zu versuchen. Da kommt mir das zweitägige 600$-Double-Stack Turnier, welches um 11.00 Uhr beginnt, gerade recht.

Da ich noch ein paar Stunden Zeit habe bevor es im Rio losgeht, starte ich den Tag mit etwas Video Poker. Im Casino ist es noch relativ ruhig und auch die Cocktail-Damen glänzen nur durch Abwesenheit. Dafür ist mir Fortuna für einmal hold. Nachdem die ersten 30-40$ von meinem investierten Huni relativ schnell runtergespielt sind, bekomme ich plötzlich einen Vierling Vieren mit einer Zwei gedealt, so dass diese Kombination auf allen fünf gespielten Händen zum Tragen kommt. Da ich der Meinung bin, den Automaten nicht mit einem ungeraden Betrag verlassen zu können, verspiele ich nochmals ca. 52$ bevor ich mir einen Cash-Out-Voucher von 400$ einstreiche. Der Start in den Tag ist auf jeden Fall schon mal ziemlich verheissungsvoll. B)

Gewinnen scheint hungrig zu machen, also geht es für mich beim Seitenausgang raus und gleich rüber zu Chayo wo ich mir zum Frühstück leckere French Toasts und eine Margaritha gönne. Frisch gestärkt ist der Spieltrieb schon wieder zurück und ich mache mich auf zu alter Wirkungsstätte. Beim Video Poker angekommen ändere ich allerdings kurzfristig meine Meinung. Man muss ja sein Glück auch nicht gleich in den frühen Morgenstunden überstrapazieren. Da ich aber bei meinem Handeln in Vegas ab und zu die Konsequenz vermissen lassen, sitze ich kurze Zeit später beim Zoo. Auch hier läuft es gar nicht schlecht. Mein eingesetzter Huni bekommt Zuwachs von weiteren fünfzig Dollar und so verlasse ich auch dieses Spielgerät mit einem netten Plus. :P

Um halb Zehn bin ich zurück im Zimmer und finde Luigi in unveränderter Pose vor. Ich versuche mich so leise wie irgend möglich zu verhalten, während ich die letzten Vorbereitungen an mir und meinen Utensilien vollziehe. Kurz bevor ich mit meinem Rucksack das Zimmer wieder verlassen will, wird der Langschläfer dann doch noch wach. Es reicht gerade noch um ihm zu berichten wohin ich unterwegs bin, seine Wünsche auf gute Hände entgegenzunehmen und ihm 10% Anteil am Turnier zu verkaufen.

Es ist kurz nach Zehn als ich unten bei der Taxi-Line ankomme und in ein entsprechendes Fahrzeug in Richtung Rio steige. Dort eingetroffen begebe ich mich auf direktem Weg zur VIP Registration an der, im Gegensatz zu den regulären Cashiers, noch nicht viel los ist. In weniger als 10 Minuten habe ich mein Ticket für das heutige Turnier.

Schon seit dem Aufstehen verspüre ich ziemliche Schmerzen im unteren Rückenbereich, welche sich in den vergangenen Minuten noch verstärkt zu haben scheinen. Das ist wohl der Preis für das stundenlange Sitzen in einer mehr oder weniger unnatürlichen Haltung an den Pokertischen. Aber zum Glück hat die WSOP auch daran gedacht. Nur ein paar Meter neben den Kassen sind die fleissigen Hände der Masseusen bereits geschäftig am Kneten. Da noch ein Sessel frei ist, lasse ich mich sogleich dort nieder um 20 Minuten verwöhnen zu lassen.

Und siehe da, kaum stehe ich nach der kurzen, aber intensiven Behandlung wieder auf, fühlt sich mein Rücken schon deutlich besser und entspannter an. Jetzt noch eine letzte Zigarette und dann bin ich bereits es mit diesem 600$-Turnier aufzunehmen. :)

Mein heutiges Poker-Abenteuer führt mich zunächst an einen Tisch im Pavillion Room. Und was sich hier die ersten Stunden abspielt ist in der Tat abenteuerlich. Nebst einem weiteren Schweizer sitzen je ein Französischer und Portugiesischer Online-Pro, ein Rumäne der soeben ein Fünfjahresvisum für die Staaten erhalten hat und eine schwarzer New Yorker, der den gesamten Sommer an der WSOP verbringen wird am Tisch. Und diese Jungs geben es sich so richtig. Einerseits sind die Unterhaltungen äusserst kurzweilig, andererseits ist es teils haarsträubend was auf dem grünen Filz gespielt wird. :laugh:

So muss der junge Schweizer seinen Platz räumen, nachdem der nicht viel ältere New Yorker seine Pre-Flop-All-In-5-Bet mit K10 bezahlt und dank einem König im Flop die Damen seines Kontrahenten alt aussehen lässt. Da sich der gute auch in der Folge kaum von einer Hand trennen will und jedes Mal mit den schlechteren Karten doch noch gewinnt, sitzt er bald vor einem Stack von fast 100K.

Ich für meinen Teil halte mich vorderhand aus diesem Wahnsinn raus. Mein Startstack von 30K hat zwar auch schon ein klein wenig Schaden genommen, aber gross passiert ist bis anhin noch nichts. Während ich so dasitze und sich in mir eine Mischung zwischen Amüsement, Faszination und Unverständnis auftut, fallen die Spieler am Tisch wie reife Früchte. Offensichtlich ist für die meisten hier das Motto so schnell so viele Chips wie möglich zu generieren, oder alternativ die Option eines Rebuys in Anspruch zu nehmen. :blink:

Woran es genau liegt, weiss ich mittlerweile auch nicht mehr, aber irgendwie scheine ich mich vom unorthodoxen Stil meiner Tischnachbarn letztlich doch anstecken zu lassen. Als ich mit AJ in Position pre-Flop eine 3-Bet auspacke, welche gecallt wird, kann ich es auch auf dem Flop nicht lassen. Nachdem mich mein Gegner auf ein sehr trockenes Board check-raised, habe ich nichts besser zu tun als mit Ass hoch eine Vier-Bet zu platzieren, welche umgehend mit einem All-in beantwortet wird. Jetzt habe ich mich aber mal so richtig in die Bredouille hineinmanövriert. Obwohl ich überhaupt nichts auf meiner Hand vorweisen kann, habe ich schon zu viel in diesen Pott investiert, so dass ein Fold mathematisch überhaupt keinen Sinn mehr machen würde. :ohmy:

Also beisse ich den sauren Apfel, werfe meine letzten Chips in die Mitte und lasse mir von meinem Gegner ein Set Achten zeigen. Statistisch gesehen liegen meine Chancen diesen Pott noch zu gewinnen bei weniger als 6%. Unser New Yorker Freund lässt aber sogleich verlauten, dass ich mit meinem zwei Diamonds in der Hand und der dritten auf dem Board ja noch Runner-Runner-Outs habe. Und siehe da, auf dem Turn kommt tatsächlich eine weitere Diamond zum Vorschein. Der Dealer wird doch wohl nicht…? Und ob er wird, der River komplementiert meinen Flush ohne dass sich das Board pairen würde und so gewinne ich aus schier aussichtsloser Position und völlig unverdient diesen grossen Pott. Mein Gegner ist zurecht bedient und macht sich wortlos von dannen. :whistle:

Ach du liebe Güte, das ist ja gerade nochmals gut gegangen. Ich weiss wirklich nicht was mich hier geritten hat. Aber manchmal haben die dümmsten Bauern eben doch die grössten Kartoffeln und dann gibt es ja da noch die Sache mit dem Gaul und dem Maul. Immerhin habe ich so viel Anstand mich nur innerlich zu freuen. Gleichzeitig nehme ich mir aber fest vor, ab jetzt wieder seriöses Poker zu spielen, was mit fast 50K als Munition doch auch möglich sein sollte.

Und siehe da, für einmal halte ich mich tatsächlich an meine eigenen Vorsätze. Ich beginne meine spielerische Aggressivität ausgewählter und richtiger einzusetzen und kann insbesondere mit gutem Positionsspiel immer wieder kleinere und mittlere Potts einheimsen. Währen der einst imposante Chipstack von unserem NY-Boy immer mehr schmilzt, bis schliesslich gar nichts mehr davon übrig ist, kann ich meinen Stack bis zur zweiten Pause auf 72K hochschrauben.

Als ich nach der Pause an meinen Platz zurückkehre, stelle ich erstaunt fest, dass nur zwei Tische weiter ein gewisser Phil Hellmuth an der Arbeit ist. Die ganz Grossen der Zunft lassen es sich also auch nicht nehmen, es hin und wieder bei Turniere mit kleinem Buy-In (für ihre Verhältnisse) zu versuchen.

Während es für mich weiterhin ziemlich gut läuft und sich mein Stapel langsam aber kontinuierlich vergrössert, glänzt Phil schon bald durch Abwesenheit. Anscheinend wurde er Opfer eines Amateur-Spielers, was diesem wohl eine mehrminütige Fluch-Tirade eingebracht hat. Mitbekommen habe ich es leider nur vom Hörensagen.

Für mich plätschert in der Folge das Spiel gemütlich vor sich hin. Ich habe mittlerweile wirklich zu meinem A-Game gefunden und finde fast immer die richtigen Spots, halte mich aber bewusst aus grossen Potts fern. So habe ich meinen Stack bis zur Dinner-Break auf sehr solide 107K vergrössert.

Da ich dem Namen dieser 70-minütigen Unterbrechung aller Ehren machen will, begebe ich nach Beendigung der letzten Hand zum Casino des Rio. Ich habe es mal wieder auf einen Besuch beim American Grill abgesehen, wo ich mich mit einem leckeren Philly Cheese Steak Sandwich verköstigen will. Allerdings hätte ich ohne CR-Diamond kaum eine Chance gehabt rechtzeitig zur Wiederaufnahme des Turniers zurück am Tisch zu sein. Selbst mit Priority Line benötige ich fast die volle Pausenzeit für mein Abendessen. Dies vor allem deshalb, weil der Laden gestossen voll ist und überraschend wenig Service-Kräfte im Einsatz sind. Immerhin kann ich mir das Warten mit etwas Musik aus dem Smartphone verkürzten und habe Zeit mir die eine oder Hand nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. ;)

Nach Beendigung dieser schmackhaften und stärkenden Mahlzeit geht es wieder zurück zum Convention Center. Es bleibt gerade noch genügend Zeit für eine Zigarette bevor es an den Tischen weitergeht. Mittlerweile ist auch die Rebuy- und Late-Registration Phase beendet und der offizielle Preispool für diesen Event wird bekanntgegeben. Annonciert war das Turnier mit einer garantierten Preisgeldsumme von einer halben Million Dollar. Effektiv zusammenkommen sind am Schluss über 3.2 Millionen. Die Nachwirkungen der pokerspielenden Menschenmassen vom Wochenenden (Stichwort Big50) sind also auch am heutigen Montag noch deutlich spürbar.

Kurz nach Wiederaufnahme des Spiels wird unser Tisch aufgelöst und wir verbleibenden Spieler verteilen uns im Saal. Ich bleibe weiterhin im Pavillion Room und hoffe, dass auch mein Glück und mein in den vergangenen Stunden solides Spiel mich begleiten. :)

Für gewöhnlich versuche ich mich an einem neuen Tisch zuerst etwas zurückzulehnen und mir meine Kontrahenten und ihr Spiel anzuschauen, damit ich mir ein Bild machen kann, mit wem und was ich es hier zu tun habe. Allerdings habe ich gleich zu Anfang ein paar sehr ansprechende Hände, so dass es nicht lange dauert, bis ich in den einen oder anderen Pott verwickelt werde. Allerdings kommt ausser einem marginaleren Verlust von ein paar Tausend Chips nichts Nennenswertes dabei raus.

Es ist noch kaum eine halbe Stunde seit der Pause vergangen, als ein Franzose mit imposanten Stack in mittlerer Position den Pott mit einem Standard-Raise eröffnet. Kurz nach ihm called eine ältere Dame und die Action kommt weiter zu mir. In später Position schaue ich auf AQ runter. Ich entscheide mich für die aggressivere Variante und versuche es mit einer 3-Bet.

Der Franzose schaut zuerst ziemlich konsterniert drein, bevor er dann plötzlich mit seinem grossen Stack All-in geht. Die Dame zu seiner Linken wirft ihre Karten weg und die Reihe ist nun wiederum an mir. Normalerweise wäre dieser Spot für mich in den meisten Fällen ein einfacher Fold, insbesondere, wenn man unsere beiden Stack-Grössen betrachtet. Aber irgendetwas an der Art und Weise wie sich mein Gegenüber verhalten hat, lässt ich mich aufhorchen. Seine erste Reaktion zeigte eher Frustration und Unwillen, daher bin ich überzeugt, dass er keine allzu starke Hand hält und nur seine Muskeln spielen lassen will.

Also bezahle ich sein All-In und in der Mitte liegen nun gut 200K. Und er zeigt mir tatsächlich nur eine sehr mittelmässige Hand. Als er seine Karten zum Showdown umdreht, sieht die Sache für mich sogar noch besser aus als erwartet, denn sein AJ wird von meinem AQ klar dominiert und ich bin 3-1 Favorit diese Hand zu gewinnen. Der Flop kommt mit 10-9-9 ungefährlich. Der König auf dem Turn gefällt mir da schon weniger, da nun jedes Ass oder jede weitere Neun oder Zehn einen Chop-Pott ergeben. Meine Aufregung vor der letzten Karte steigt… und da kommt sie auch schon. Eine Dame. Im ersten Moment scheint alles gut zu sein, aber als der Franzmann zu einem lauten Jubelschrei ansetzt, wird mir plötzlich bewusst was es geschlagen hat. Vor lauter Überlegungen über eine mögliche Teilung des Potts ist mir völlig entgangen, dass mein Gegner mit 10-K-Q und seinem AJ in der Hand eine Strasse gebastelt hat. :blink:

Tja, wie schon oft erlebt und zitiert, so schnell kann es gehen im Poker. Anstelle mit gut 200'000 Chips einen Superstack spielen zu können, bin ich von einem Moment auf den anderen raus aus dem Turnier. Ich stehe wortlos auf, packe meinen Rucksack und suche so schnell wie möglich das Weite, bevor ich noch Dinge sage, die an einem Pokertisch nicht angebracht wären. Verlieren, vor allem auf so unglückliche Art und Weise ist das eine. Allerdings weiss jeder der regelmässig zu den Karten greift, dass es nicht die feine Art ist nach einem erteilten Sack-Out auch noch in laute Jubelarien zu verfallen. Nun gut, kaum bin ich draussen und ziehe an meiner Zigarette wird mein Kopf auch schon wieder klarer. Schliesslich habe ich nicht vergessen, wie viel Glück ich vor ein paar Stunden in Anspruch nehmen musste, um überhaupt um diese Zeit noch im Turnier zu sein.

Aber trotzdem hätte ich gegen ein paar weitere Stunden Poker natürlich nichts auszusetzen gehabt. Vor allem weil die Ausgangslage für den weiteren Verlauf des Abends wirklich hervorragend gewesen wäre. Nun denn, ich kontaktiere Luigi via Whatsapp und erfahre, dass er sich mit zwei Deutschen, die er aus einem Pokerforum kennt, an den Automaten im Flamingo rum treibt. Also auf in heimische Gefilde.

Dort angekommen stellen sich die beiden Jungs als Nick und Clemens vor. Insbesondere der Hamburger Nick schein mehr als nur eine Schraube locker zu haben und verblüfft mit einem ausserordentlichen Redeschwall, der sogar mein Gelaber in den Schatten stellt. Allerdings auf durchaus witzige Weise. So kommt es, dass wir uns bald mit Wodka-Ginger bewaffnet an einigen Automaten versuchen und ich kurz Gelegenheit habe, meinen Tag im Rio zu resümieren. Die Ausbeute mit einem Huni Verlust beim Zoo und einem kleinen Gewinn von 25$ beim Video Poker ist allerdings nicht der Rede wert.

Clemens, ein eher ruhiger Zeitgenosse, verabschiedet sich anschliessend von der Runde um ein paar Hände Cash-Game zu spielen. Für mich ist es an der Zeit meinen Rucksack in Zimmer zu verstauen und bei dieser Gelegenheit kurz unter die Dusche zu hüpfen und mir frische Sachen überzuziehen. Die Jungs warten solange auf mich und anschliessend machen wir uns zu Dritt auf zum O’Sheas um ein paar Drinks zu nehmen und weiterhin dem Glücksspiel zu frönen.

Leider ist es mir an dieser Stelle nicht möglich irgendwelche Erfolgsstorys mit euch zu teilen. Denn egal bei welchem Spiel oder Automaten ich mich versuche, das Resultat ist immer das Gleiche. Comps und Reward-Credits gewonnen, doch alles eingesetzte Geld verloren. Immerhin klappt der Getränkenachschub ziemlich gut und bei Nick und Luigi wirft es doch ab und zu ein paar Dollars ab. So vertreiben wir uns die nächsten paar Stunden mit Drinks, Roulette, Megabucks, Video Poker und anderen Spielereien, bis ich um ca. halb Zwei genug habe und Luigi und ich uns in unser Zimmer zurückziehen. Nick der im Rio nächtigt, fährt mit dem Taxi zurück in seine Bleibe.

Tagesbilanz:
Video Poker: +275$
Zoo -50$
Poker Turnier -540$
Roulette: -200$
Slots: -5$

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